Der erste Schluck (1810)
1810 stank das erste Oktoberfest nach Pferd, Honig und ungewachsenen Männern.Sie hieß noch nicht Vampirella.
Sie hieß noch nicht Forbidden Kitty.
Sie war Magd. Sie schleppte Krüge. Sie lächelte, wenn man ihr in den Ausschnitt starrte, und spuckte hinter die Zeltplane, wenn sie allein war.Der Fürst kam nach Mitternacht.
Kein Krug. Ein Befehl.„Hinters Zelt.“Sie ging. Nicht aus Angst. Aus Neugier, die schon damals dümmer und nasser war als ihr Verstand.Er nahm sie im Heu hart und ohne Umweg, eine Hand am Hals, die andere unter dem Rock, als gehöre beides ihm von Gottes Gnaden. Sie kam trotzdem. Wütend. Laut. Mit den Nägeln im Samt seines Mantels.Dann biss er.Nicht in die Lippe.
In die Kehle.„Du schmeckst nach Dienstag und Sünde“, murmelte er und sog.Sie hätte sterben sollen.
Stattdessen kam sie ein zweites Mal, während ihr Herz stehenblieb.Als sie aufwachte, war der Fürst noch in ihr und schon blass.
Ihr Durst war neu. Gemein. Unter dem Nabel und in den Zähnen gleichzeitig.Sie drehte ihn auf den Rücken, setzte sich darüber und trank ihn leer, bis sein Schwanz nur noch zuckte und sein Adel nichts mehr wert war.Danach fand sie im Keller das Fass.
Leer. Wartend. Gebaut für jemanden, der nicht sterben durfte.Sie zapfte sich selbst hinein.
Einen Schluck. Einen Fluch. Einen Hahn.Am nächsten Morgen nähte sie sich ein Dirndl aus seinem Futterstoff. Rot. Zu tief. Genau richtig.Auf den letzten Fetzen Stoff schrieb sie mit Blut:Forbidden.
Kitty kommt später.
Zuerst kommt der Durst.Ende Teil 4 – nur auf Patreon